Bürgernetz Weihenstephan
Hintergrundinformationen zu Internet-Protokollen (PPP und andere)

PPP steht für Point to Point Protocol und ist ein Protokoll, welches speziell für Wählverbindungen geschaffen wurde und sich beim Aufbau der Verbindung selbständig konfiguriert. Dadurch ist es einfach zu handhaben und hat sich mittlerweile als Standard bei den meisten Internet-Dienstanbietern durchgesetzt (bis auf wenige Ausnahmen). PPP berücksichtigt die manchmal fehlerhafte (weil gestörte) Übertragung von Daten über das Telefonnetz und besitzt eigens für diesen Fall Korrekturmechanismen. Durch die automatische Konfigurierung einiger Parameter erspart es dem Anwender diese manuell eingeben zu müssen. Beispielsweise wird der DNS beim Aufbau der Verbindung automatisch festgelegt. Dadurch wird es auch Nichteingeweihten möglich, das Internet zu benutzen ohne gleich im Vorfeld Schulungen besuchen zu müssen!

Prinzipiell werden bei PPP-Verbindungen TCP/IP (siehe weiter unten) Datenpakete übertragen. Dieser werden aber nochmals in ein PPP-Datenpaket eingebettet, um die Datensicherheit zu erhöhen. Um nun möglichst nicht mehr Verwaltungs- und Sicherungsdaten als echte Informationen zu übertragen, werden einige Informationen in den PPP-Datenpaketen komprimiert. Damit aber bei komprimierten Inhalten eine Kommunikation zwischen Ihrem und dem Einwahlrechner hergestellt werden kann, müssen beide Rechner die gleiche Komprimierung verwenden. Leider sind hier unterschiedliche Einstellungen für unterschiedliche Provider notwendig.

Standard-Tarif Sämtliche Komprimierungen des PPP können aktiviert werden.
Plus-Tarif Alle Komprimierungen außer der sog. »Connection ID Compression« können aktiviert werden.

Eine nicht abgeschaltete »Connection ID Compression« verhindert den Verbindungsaufbau besonders durch das pppd-Programm unter Linux (Standardmäßig sind dort offenbar alle Komprimierungen eingeschaltet).

Weiterführende Hintergründe

Im Internet werden alle Arten von Daten Paketweise von einem Rechner zum anderen transportiert. Dabei gibt es verschiedene Transportmedien. Das können Funkverbindungen (Satelit), feste Draht- oder Lichtleiterverbindungen oder auch telefonische Wählverbindungen sein. Da jedes physikalisch anders aufgebaut ist, erfordert es eine andere Art der Datenübertragung. Dabei wird auch das Protokoll ausgetauscht, um dem Medium gerecht zu werden. Während auf den festen Verbindungen das TCP/IP Verwendung findet, hat sich bei telefonischen (und damit meist nur vorrübergehenden) Verbindungen das PPP bewährt.

Der Datentransfer im weltweiten Internet erfolgt über das sog. TCP/IP Protokoll (Transfer Controll Protocol/Internet Protocol). Dies ist ein Datenaustauschprotokoll, welches zwischen zwei Knoten (das sind i.d.R. Rechner) Daten austauschen kann. Dazu werden die Daten egal welcher Art zu Paketen zusammengefaßt, mit einer Zieladresse versehen und verschickt. Es gibt keine Festlegung, wie ein solches Paket seinen Empfänger erreicht. Jeder Knotenrechner, der ein solches Paket empfängt, prüft, ob es ein Paket mit seiner Adresse ist. Ist das nicht der Fall, wird das Paket verworfen. Damit das Paket trotzdem seinen Empfänger erreicht, haben eine ganze Reihe Knoten eine Sonderfunktion: Sie werden Router genannt und leiten ein Paket abhängig von der Adresse weiter. Dazu ist dieser Knoten mit sehr vielen anderen Knoten verbunden. Jeder dieser anderen Knoten (wiederum ein Router) deckt einen gewissen Adress- und damit Zielbereich ab. So sorgen diese Router dafür, daß ein Paket von einem beliebigen Rechner seinen Weg zu einem anderen beliebigen Rechner findet. Fallen Verbindungen aus, sorgen diese Router ebenfalls dafür, daß eine neue Route gefunden wird, damit das Paket trotzdem zugestellt werden kann. So kann ein Paket von USA nach Europa den direkten Weg nehmen, oder auch mal über Australien umgeleitet werden.

Letzte Aktualisierung am 07.04.2002 von Jürgen Beisert  - Copyright © Support Technik Startseite